Die Asse des Underdogs: österreichische Fußballer, die Geschichte schrieben

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Die Asse des Underdogs: österreichische Fußballer, die Geschichte schrieben

Österreich ist international bekannt für seine Wintersportler, die bei allen großen Events Medaillen absahnen, als Fußballnation kann das Land seinem deutschen Nachbarn jedoch nicht das Wasser reichen. Dennoch schenkte der Alpenstaat dem Rasensport über die Jahre hinweg einige Größen, die Geschichte schrieben – besonders, da sie umgehend von Österreich weg in die Bundesliga und in andere europäische Nationalkader rekrutiert wurden und dort Ruhm fanden. Wir werfen einen Blick auf die legendären Ösi-Asse!

Hans Krankl

Hans Krankl ist mittlerweile 66 Jahre alt und hat sich natürlich vom Profifußball verabschiedet, trägt aber auch heute noch den Titel des beliebtesten österreichischen Fußballers der letzten 25 Jahre und war in seinem Heimatland insgesamt neun Mal Fußballer des Jahres. Noch zu seinem 65. Geburtstag 2018 bezeichnete ihn Weltfußball.de als „Deutschland-Schreck“, der bei der Weltmeisterschaft 1978 die deutsche Nationalelf in den letzten Spielminuten nach Hause schickte, als er Sepp Maier im Strafraum überwand.

Danach ging es für den Top-Spieler vom Rapid Wien zum FC Barcelona, wo er mit der Mannschaft den Europapokal gewann. 1978 landete er bei der Wahl von Europas Fußballer des Jahres sogar auf Platz zwei, hinter Kevin Keegan. Zwischen 1987 und 2009 war Hans Krankl als Trainer tätig, 2002 sogar als österreichischer Nationaltrainer, heute ist der berühmteste Fußballer des Landes jedoch im Ruhestand.

David Albada

David Albada ist kaum mit Hans Krankl vergleichbar und gehört dennoch auf die Rangliste der österreichischen Top-Spieler, da er derzeit als einer der hellsten Sterne am Fußballhimmel gehandelt wird. Gerade, wer gerne Sportwetten abschließt, sollte sich das Profil des 27-Jährigen genauer ansehen. Der gebürtige Wiener mit Wurzeln in Nigeria steht für den FC Bayern München ebenso wie für die österreichische Nationalmannschaft als Verteidiger auf dem Rasen. 350 Bundesliga-Spiele kann er in seinen jungen Jahren bereits für sich verbuchen, eine Statistik ähnlich der von Paul Breitner, wobei er 30 Tore schoss und sich im Durchschnitt weniger als ein Foul innerhalb von 90 Minuten leistete.

Wegen einer Rippenverletzung musste der Nachwuchsstar bei den EM-Qualifikationsspielen Österreichs leider aussitzen, ist seit Ende November 1919 jedoch wieder einsatzbereit und wird vom FC Bayern wie auch in seinem Heimatland mit Spannung zurückerwartet. 

Friedrich Koncilia

Der gebürtige Klagenfurter ist ein alter Hase unter den österreichischen Fußballlegenden und mit seinen mittlerweile 71 Jahre heute natürlich nicht mehr aktiv. Auch auf internationaler Ebene ist der einstige Torwart nicht besonders bekannt, konnte aber national diverse Rekorde verbuchen. Beim SSW Innsbruck „hielt“ der Goalie so erfolgreich, dass die Mannschaft acht mal zum österreichischen Meister wurde und sechs Mal den österreichischen Cup gewann.

Heute hält sich der einstmalige Top-Spieler mit dem Betreiben einer Pension in Bad Ischl jung sowie als Vater von vier Kindern, wovon die jüngsten erst neun und zehn Jahre alt sind. Persönlicher Karrierehöhepunkt für Koncilla war 1979, als er bei der Weltauswahl mitwirken durfte und in Buenos Aires gegen den damaligen Weltmeister Argentinien antrat.

Toni Polster 

Mittlerweile 55 Jahre alt, ist Toni Polster als Trainer beim SC Wiener Victoria tätig, nachdem er seine Spielerkarriere 2000 abschloss. Zwischen 1982 und 1987 kickte er für Austria Wien und wurde mit der Mannschaft dreimal österreichischer Meister und ebenso oft zum Torschützenkönig der österreichischen Bundesliga ernannt.

Zwischen 1982 und 2000 absolvierte er insgesamt 95 Länderspiele, sowohl für Austria Wien, wie auch für Torino Calcio, den FC Sevilla sowie zwei weiteren spanischen Fußballclubs. Berühmt ist Toni Polster nicht nur als gefürchteter Stürmer, sondern auch, weil der gebürtige Wiener gerne mal aneckt. 1993 bis 1998 war er beim 1. FC Köln unter Vertrag. Nach dem Abstieg der Mannschaft in die zweite Bundesliga wechselte der Österreicher, der nach eigenen Aussagen „nicht auf die Welt gekommen [ist], um möglichst viele Freunde zu gewinnen“ zum Erzfeind der Mannschaft, Borussia Dortmund, und löste damit einen kleinen Skandal aus.

Das Rundumtalent ist übrigens nicht nur auf dem Rasen berühmt, sondern auch in den österreichischen Charts, in denen er sich mit seinem Hit „Toni lass es polstern“ zwölf Wochen lang hielt.

Herbert Prohaska

Mit 64 Jahren hat sich Herbert Prohaska aus Wien inzwischen auch von seiner Trainerposition verabschiedet und ist derzeit als Fußballanalytiker für den ORF sowie Zeitungskolumnist tätig. Noch immer gehört ihm jedoch ein ruhmreicher Titel: 2004 wurde er zu Österreichs Fußballspieler des 20. Jahrhunderts gekürt. Zwischen 1993 und 1998 war er Teamchef des österreichischen Nationalteams und garantierte der Elf den Einzug in die Weltmeisterschaft 1998.

Im Laufe seiner 19-jährigen Spielerkarriere blieb er seinem Heimatland weitgehend treu, zwischen 1982 und 1983 war er allerdings kurzzeitig beim AS Rom unter Vertrag. Im Laufe seiner Nationalkarriere von 1974 bis 1989 trat er in 84 Spielen an und schoss als Mittefeldspieler zwölf Tore. Auch nach Ende seiner Karriere ist er noch immer ein begeisterter Fußball-Fan, der persönlichen Einsatz zeigt. 2006 gewann sein Favorit Italien die WM, woraufhin sich Prohaska, der aufgrund seiner Lockenpracht in jüngeren Jahren den Spitznamen „Schneckerl“ trug, den Schnurrbart vor laufenden Kameras abrasieren ließ und damit erneut in die österreichische Mediengeschichte einging.

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